Im Internet stolpert man irgendwann über Literaturlisten - meist 100 Buecher - berühmter Leute. So letztlich z.B. ueber die von David Bowie. Beim Stöbern in der Liste von Dennis Scheck, habe ich mich gefragt, wie sich so eine Liste von einem Zonendödel von der eines Westbildungsbürgers unterscheidet? Natürlich könnte man sich so eine Liste von Die Zeit oder Das ZDF hernehmen, ganz oben die Bibel und der Kleinen Prinz draufsetzen, dann die Schulbücher runterspulen und zum Abschluss noch etwas aus dem Bildungsbürgerkanon drunter streuseln. Ich kenne wirklich Leute, die mit solchen Listen Parties toeten und/oder ihren Bücherschrank danach gestalten. Gleichzeitig bezweifle ich sehr, dass eben jene jemals Ulysses, Buddenbrooks und Krieg&Frieden zu Ende gelesen haben. ...

Auf der anderen Seite ist es schon reizvoll, die Buecher zusammenzubringen, die einen tatsächlich geprägt haben. Geprägt heißt hier ausdrücklich NICHT, die mir gefallen haben. Manche von denen würde ich heute nicht mal mehr mit spitzen Fingern anfassen ... Dennoch könnte ich zu fast jedem Buch eine Geschichte erzählen (was hier zu weit führen würde). Zu Ibsens Nora hab ich ein Referat gehalten, welches ziemlich gut ankam; Ottokar war die Literatur, die immer am letzten Schultag vorgelesen wurde und die Kinder des Kapitän Grant haben wir uns die Nacht ueber gegenseitig im Schullandheim vorgelesen. Am nächsten Morgen sind wir wie die Zombies durch die Gegend gewankt. Darunter die typischen Pubertier-Buecher von Steppenwolf über Unterwegs bis zum Fänger im Roggen, die man entgegen der weitverbreiteten Ansicht, nicht gelesen haben muss.



Die Liste ist beweglich und sieht in ein paar Jahren vielleicht ein bisschen anders aus. Dennoch überwiegen ganz klar die Klassiker, weshalb ich die Liste nach Alter unterteilt habe. Wenn es also Aenderungen gibt, dann nur in diesem letzten Teil. Fix ist jedoch in jedem Fall die Anzahl 100.

Mein jährlicher Verbrauch liegt bei ca. 100 Büchern + ca. 50 Hörbücher. ⅓ der Buecher sind Fachbücher. Der Rest überwiegend Krimis. Die meisten davon leichte Kost, wie Ann Granger, M.C.Beaton oder Rhys Bowen, aber hin und wieder auch mal was Anspruchsvolleres von Galbraith oder Horowitz.

In der Liste sind ausdrücklich nicht die Buecher, die ich zuvor als Film gesehen habe: Catch 22, Seewolf, 5 Freunde usw. Poe, Christie, Lem, Wolf, Kafka u.a. haben mich eher nicht durch ein einziges Werk beeindruckt, sondern wahrscheinlicher war es das Gesamtwerk.

Bei manchen Autoren, wie z.B. Anna Seghers, hab ich sehr mit mir gehadert, ob ich die in die Liste aufnehmen sollte. Mit Schulliteratur ist das ja immer so eine Sache, und in der Tat hat sie mich zu der Zeit nicht so sehr beeindruckt. Ich hab mir aber vorgenommen, einige ihrer Werke nochmal zu lesen. Mit etwas Glück gelangen sie dann doch noch in diese Liste.

Hier nun meine 100 Buecher, die mich gepraegt haben:

Kindheit (bis circa 14 Jahre)

Jugend (zwischen 14 und 22 Jahre)

Erwachsen

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