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Bild: Kind mit PV im Phobjikha Tal (Bhutan).
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Auf Wunsch einer Anfrage aus dem Haustechnikdialog-Forum “PV - wie gehts aus Deiner Sicht weiter?”

Das Jahr 2012 wird von grossen Teilen der PV Branche als das Schicksalsjahr betrachtet. Insbesondere dann, wenn die Protagonisten aus Europa stammen. Erwartet doch gerade die Branche in Deutschland einen radikalen Kahlschlag. Von etwas weiter weg betrachtet, so z.B. aus chinesischer oder ganz allgemein asiatischer Sicht, glaetten sich die Falten auf der Stirn schon merklich. (Alle Bilder: Sven Tetzlaff)

Historisch betrachtet, ist dieser angepeilte Kahlschlag durchaus nicht der ersten Versuch einer Regierung den Umbau der Energieversorgung eine komplett andere naemlich negative- Richtung zu geben. Und er wird auch nicht der letzte Versuch bleiben, dass Unvermeidliche aufzuhalten - doch schon schon gar nicht ist er das Ende der PV !

Auf und Ab der deutschen EE Politik 

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Bild: PV-Modul, neues Busbar-Design.
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Zweifellos, die Plaene des Umweltministers Altmaier und dem Vorsitzenden der kleinen FDP, Roessler sind durchaus eine Art Morgenthauplan fuer die deutsche PV-Industrie. Die heutige Kanzlerin Merkel hat schon zum 1,000 Daecher-Programm in ihrer Funktion als Umweltministerin ihre heimliche Hoffnung zum Programm erklaert und meinte seinerzeit, dass Erneuerbare niemals mehr als 4% zum deutschen Strommix beitragen wuerde. Eine ihrer ersten Amtshandlungen als 'Umwelt'Minister zu Kohls Gnaden waren dann auch diesem Wunsch Taten gefolgt und strich die Foerderungen der EE derartig zusammen, dass mit dem Ende von Siemens PV und AEG PV ueberhaupt keine einzige PV Firma in DE mehr existierte – Well Done !

Dass sie aus dieser beeindruckend schraegen 4% - Prognose und ihrer proaktiven Umsetzung etwas gelernt hat, kann man daran erkennen, dass sie ihren 'Umweltminister' zum holzen vorschickt. Der vorangegangene Umweltminister, der bei “Chefsachen” wie z.B. der Laufzeitverlaengerung der Atomkraftwerke schon mal vor der Tuer warten durfte, hat meiner Ansicht nach seinen Job ebenfalls nicht gut gemacht, allerdings hatte er den Job irrigerweise wohl ernst genommen – ein Fehler wie Merkel ihn innerhalb von 60 Sekunden lehrte. FDP Roesler hat jetzt eine Aufgabe, mit der er sich bei der angestammten FDP Klientel profilieren kann - wohlwissend, dass er egal was kommt, der kuenftigen deutschen Regierung vermutlich nicht angehoeren wird. Dies ist Verantwortung deligieren auf hohem Niveau. Es geht ja nur um die Sicherstellung der Fortexistenz einer Nation bzw. der Menschheit selbst,… da hat Partei- und Klientelpolitik natuerlich Vorrang.

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Bild: SNEC Messe 2012 (China).
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Wir erinnern uns, am 14. März 2011 hielt der damalige Wirtschaftsminister der FDP Bruederle vor rund 40 Vertretern des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), waehrend Merkel gerade ihr Atommoratorium angekündigte, eine Rede in der er sagte, 'dass die Politik wegen der Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz unter Druck sei und daher Entscheidungen in der Politik »nicht immer rational” sind. Diese von Politikern ungewohnte Ehrlichkeit wurde bekannt und darauf durfte sich BDI Chef Schnappauf bauernopfern.

Das “Atommoratorium” war ein interessanter Schachzug der Merkel-Administration, die m.E. mit den Energiefirmen durchgezogen wurde und keinesfalls gegen sie. Denn es ist eine Binsenwahrheit, das Atom ohne massivste Foerderung und mit der Internalisierug der Kosten ein unbezahlbarer (und erschreckend dreckiger) Luxus ist. Folgerichtig Merkels Schwenk zurueck den Fossilen. Daher auch der Begriff “Wende” es ging ums 180 Grad umwenden – also zurueck zu alten Ufern. Der Name ist schon richtig, sonst haette es ja EE Initiative oder Engergie-Aufbruch usw. geheissen … Doch die “Wende” ist nun mal Programm.

Dieser Schwenk oder richtiger diese “Wende” wurde von der EE Industrie allerdings missverstanden. Es geht und ging m.E. der Merkel Administration nie um eine Transition von Atom/Fossil hin zu 100% EE, sondern einzig um eine Verlagerung der Privilegien von Atom zu Fossil. Bekanntlich mueht man sich aber aktuell sehr, dieses Missverstaendtnis auszuraeumen.

Angesichts der diversen Tagespolitiker in der amtierenden Regierung kann man auch die entspr. Ankuendigung des Bundesumweltministriums »Eine EEG-Novelle wird es in der laufenden Legislaturperiode nicht geben«, als wichtige Wahlkampfbotschaft (mit wahltaktischem Sidekick zur FDP) verstehen. Mit Verantwortung, Nachhaltigkeit und Visionen von einer lebenswerten Zukunft, hat dies aber rein gar nichts zu tun.

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